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Frottee-Polsterung in Socken

Frottee – der Teppich im Schuh

Wer kennt es nicht, das kuschelige Polster, das vor allem in Wandersocken im Fußbereich eingearbeitet ist. Viele Sockenhersteller nennen dieses Polster „Frottee“, andere bezeichnen es als „Plüsch“. Die sogenannte „Frottee-Polsterung“ in Socken scheint also ein „Must-have“ zu sein. Schauen wir uns das mal genauer an…

Aufgabe der Frottee-Polsterung in Socken

Ein Frottee-Polster gibt Socken mehr Volumen, was gebraucht wird, um den vorhandenen Platz in Lauf- und Wanderschuhen auszufüllen. Der Begriff „Frottee“ stammt aus dem Französischen und die deutsche Übersetzung lässt nicht viel Gutes für Blasenvermeidungsstrategen erahnen: Frottee bedeutet ab- bzw. einreiben. Charakteristisch für das Frottee sind die unterschiedlich eingearbeiteten Schlingen, die ein größeres Volumen des Stoffs ergeben und viel Flüssigkeit aufnehmen können. Flüssigkeit (Fußfeuchtigkeit) die entstehen kann, weil die Frotteeschlingen einen hohen Reibungswiderstand erzeugen und gerne an der Fußhaut „ab-reiben“. Wanderer und Läufer nennen dieses Frottee auch gerne „Polster“. Und wer hat nicht gerne ein angenehmes, weiches Polster in seinen Socken? Wir sehen, der Begriff „Polster“ ist positiv besetzt.

Polsterzonen einer auf links gedrehten Laufsocke
Polsterzonen einer auf links gedrehten Laufsocke

Frottee-Polsterung in Socken verursacht Reibung

Unter dem Gesichtspunkt der Blasenvermeidung ist ein Frottee-Polster nicht unproblematisch. Wenn wir uns das Verhalten des Polsters bei Bewegung im Schuh anschauen, sehen wir, wo die Ursache des Problems liegt. Das Gewicht des Fußes drückt die Schlingen zunächst nahezu völlig platt.

Grafik einer Frotteepolsterung mit Anpressdruck
Grafik einer Frotteepolsterung mit Anpressdruck.

In Ruhe-Phasen (z.B. im Stehen) stellt das kein Problem dar.

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In Bewegung sieht das Ganze jedoch etwas anders aus. Während die Frottee-Schlingen nur an einem Befestigungspunkt mit dem Garngewebe der Socken fixiert sind, kann sich die restliche Schlaufe in der Bewegungsrichtung des Fußes nur minimal mit bewegen. Dadurch wird der Reibungswiderstand der Socke an der Haut erhöht. Reibungswiderstand, wie wir wissen, erzeugt Wärme, die wiederum eine erhöhte Schweißproduktion zur Folge hat. Was aber weitaus problematischer ist: Der Reibungswiderstand der Frottee-Polsterung begünstigt die Scherkräfte zwischen Fußknochen und Haut. Ein Effekt, den es bei deiner Blasenvermeidungsstrategie immer zu verhindern gilt.

Grafik einer Frotteepolsterung im Querschnitt
Grafik einer Frotteepolsterung im Querschnitt

 

Doppellagige Socken haben keine hautseitige Frottee-Polsterung

Für unsere Blasenvermeidungsstrategie gibt es eine bessere Lösung: Das Prinzip „zwei Socken übereinander tragen“ ist der einlagigen Frotteesocke unter diesem Aspekt haushoch überlegen. Beim Zwei-Lagen-Prinzip befindet sich das Frottee-Polster nämlich zwischen der Unterziehsocke und der Außensocke. Das Polster liegt also nicht direkt an der Haut und erzeugt somit keinen erhöhten Reibungswiderstand.
Es geht sogar noch besser und zwar mit einer Doppelsocke (zwei separate Socken, die mit einander verbunden sind). Im Vergleich zu dem Zwei-Socken-übereinander-System hat die Doppelsocke deutlich die Nase vorn. Das Frottee-Polster ist hier zwischen die beiden Sockenlagen eingearbeitet, wie es z.B. in einer Wrightsock der Fall ist. Ein Scheuern und Gleiten der Frottee-Schlingen gegen die Innensocke ist in diesem Fall unschädlich, weil der Fuß durch die Innensocke von den Auswirkungen des Scheuerns geschützt ist.

Mit diesen Pflegetipps halten deine gepolsterten Socken länger:

Waschen, Kalk im Waschwasser und zu stark dosiertes Waschmittel (oder Weichspüler) lassen das Frottee-Polster in Socken verkleben und verhärten. Die Folge ist die sogenannte „Trockenstarre“. Mit jedem Waschgang werden die Socken kratziger und härter.

Als Blasenvermeidungsexperten können wir das, wegen des erhöhten Reibungswiderstands auf keinen Fall gebrauchen. Deshalb: Finger weg von Weichspülern, wenn es um die Sockenpflege geht! Auch die richtige Trocknung macht den Unterschied. Idealerweise lässt du deine Socken an der Luft trocknen.

Vor dem Aufhängen die Socken etwas ausschütteln und in Form ziehen, damit sich die plattgedrückten Frottee-Schlingen wieder aufrichten.

Fazit: Frottee-Polsterung ist sinnvoll, aber nicht direkt auf der Haut.

Eine Frottee-Polsterung in Socken ist sinnvoll, solange sie keinen direkten Kontakt mit der Haut hat. Einlagige Socken mit hautseitigem Frottee-Polster können diese Anforderung deshalb nicht erfüllen und sind für unsere Blasenvermeidungsstrategie nicht geeignet.

Die an der Haut anliegende Frottee-Polsterung in Socken ist ein zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite ist sie schön kuschelig und nimmt gut Feuchtigkeit auf, auf der anderen Seite ist sie maßgeblich für die ungewollten Scherkräfte verantwortlich.

Deutlich besser geeignet, zur Vermeidung von Blasen an den Füßen ist das Prinzip „Zwei Socken übereinander tragen“. Nachteil dabei: Nicht selten findet eine übermäßig unkontrollierte Bewegung der beiden Socken gegeneinander statt. In unserem Artikel Zwei Socken übereinander tragen? haben wir das näher beschrieben.